So schließt sich der Kreis

Da meine Liebste und ich ja zur Zeit unter Hochdruck unsere Hochzeitsfeier planen, hatten wir heute Abend ein Meeting mit einem Musiker, mit dem ich früher insgesamt runde vier Jahre auf Tour durch halb Europa war. Damals war er mein Chef, mein Ansprechpartner, der Bandleader, der Mann der das Booking machte. Heute wollen wir ihn mit seiner Band für unsere Feier buchen. Wer hätte das damals gedacht?

Klar, dass bei einem solchen Treffen wahnsinnig viele Erinnerungen hoch kommen. Da werden alte Fotos gewälzt, die stets in Ehren gehaltene Sammlung der Backstagepässe durchgeschaut und nicht zuletzt wird auch über so viele, nie vergessene, gemeinsame Konzerte und Erlebnisse on tour gesprochen. Es hat sich aber auch wirklich viel verändert in den letzten Jahren. Die Band, so wie ich sie damals begleitet habe, existiert nicht mehr. Von der damaligen Besetzung ist nur noch unser heutiger Gesprächspartner mit dabei. Damals war er der Drummer. Heute spielt er Gitarre und singt. Und hält den Spirit, die Sache an die wir glaubten und für die wir Nacht für Nacht geschuftet haben, das Projekt am Leben. Doch was wurde aus dem Rest der Truppe? Der Bassist stieg eines Tages aus, um sich seinen eigenen, durchaus erfolgreichen Projekten zu widmen. Der damalige Frontman, der sowohl sang, als auch Gitarre, Keyboard und Saxophon spielte, hatte privat reichlich Probleme (auf die ich hier auch nicht weiter eingehen möchte) , die sich irgendwann nicht mehr mit dem Leben auf Tour vereinbaren ließen. Auch er stieg daher aus und macht heute nur noch ab und zu Musik, hauptsächlich für sich und mehr im privaten Bereich. Der Leadgitarrist kam vor drei Jahren bei einem tragischen Unfall auf der Autobahn ums Leben. Die genauen Umstände konnten nie geklärt werden. Hohn oder Schicksal? Wo stirbt ein Musiker, dessen zweite Heimat über Jahre die Autobahn war? Natürlich, auf der Autobahn, überfahren von einem LKW…

Nun, die Band, nein, das Projekt gibt es noch immer. Und sie spielt noch live. Mit neuen Leuten. Statt wie damals in den größeren Hallen und jedes Wochenende geben sie heute nur noch vereinzelte Konzerte. In kleineren Hallen. Back to the roots. Das macht auch nichts. Um es mal mit Andy Warhol zu sagen: „Jeder Mensch kann für 15 Minuten berühmt sein.“ Wir hatten damals diese 15 Minuten. Und wir haben sie genossen und gelebt. Das kann uns keiner mehr nehmen. Die Erinnerungen an damals werden ewig in uns bleiben. Jedem auf seine Weise. Ohne wenn und aber. So schließt sich dann also der Kreis: Es ist mir eine Ehre und ein Vergnügen die alten Zeiten auf meiner Hochzeit noch einmal aufleben zu lassen!

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Ein Kommentar zu “So schließt sich der Kreis

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